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Grand AvenueDie Geschichte von Grand Avenue, die heute in Kopenhagen beheimatet sind (nur Rasmus Walter Hansen stammt ursprünglich aus Arhus, Dänemarks zweitgrößter Stadt), beginnt in gewisser Weise in London. Zehn Jahre ist es schon her, dass sich die vier Musiker an der London School of Music angefreundet hatten. Doch nur Rasmus Walter Hansen blieb länger als ein Jahr. Ihn hielt es vier Jahre in der britischen Metropole, wo er sich in diversen Bands als Gitarrist versuchte und den Spirit dieses kosmopolitischen Schmelztiegels genoss. 2001 nahm er schließlich wieder Kontakt zu seinen alten Freunden in Kopenhagen auf und Grand Avenue wurde ins Leben gerufen. Auch wenn sie anfangs noch nicht so großspurig klangen wie heute, stießen bereits frühe Demo-Aufnahmen auf äußerst positive Resonanz im dänischen Radio und setzten so Plattenfirmen unter Zugzwang. EMI roch am schnellsten Lunte und sicherte sich die Rechte an diesem Musterbeispiel einer Band mit dem Prädikat Danish Dynamite. Sowohl ihr Debütalbum "Grand Avenue" (2003) als auch das Folgewerk "She" (2005) punkteten bei dänischen Rockfans ungemein und wurden mit zwei Nominierungen bei den Danish Music Awards honoriert. Aber Grand Avenue, ambitioniert bis in die letzte Pore, wollten und wollen natürlich mehr.

Mit eiserner Disziplin, einem exzellenten Produzenten und vor allem mit einem klangästhetisch um jede Menge Druck und Dynamik verstärkten Sound machte man sich an die Studioaufnahmen in Kopenhagen und London. Für den irischen Toningenieur Richard Rainey, der für seine Arbeit an "All That You Can't Leave Behind" von U2 schon einen Grammy gewonnen hat, war es eine der ersten Regieaufgaben als federführender Produzent. Und die musikalischen Vorlieben von Grand Avenue dürften Richard Rainey durchaus geholfen haben, mit der Band ein Werk zu kreieren, das ohne Fehl und Tadel ist und mit jedem Song die internationalen Ambitionen der Band unterstreicht. Während ihre Sympathie für U2 so einhellig wie unüberhörbar ist, sind aber auch offensichtlich all jene Bands der güldenen Ära der Achtziger, die mit charismatischen und feist produzierten Songs ganze Stadien füllten, nicht spurlos an den vier Dänen vorbeigegangen, also Echo & The Bunnymen, Simple Minds, The Cult und New Order etwa. Dass all jene Bands über eine Lichtgestalt als Frontmann verfügten, spielt dem auf "The Outside" grandios auftrumpfenden Rasmus Walter Hansen perfekt ins Blatt.

"The Outside" ist fürwahr eine einzige Demonstration an Selbstbewusstsein, Stärke und Souveränität. Ein wuchtiges Album, dessen elf gefühlsbeseelten Songs sich allesamt so eindringlich ins Gemüt fräsen, dass es schwer fällt, einzelne Filetstücke hervorzuheben. Richtig klasse sind sie alle, ganz gleich, ob der stürmisch mitreißende Opener "Give Myself Away", die das wilde Leben feiernde Euphoriedusche "London" oder "You Please Me", der erste Song, den Grand Avenue für ihr neues Opus vollendeten und der für "The Outside" zum Maß aller Dinge wurde. Mitten ins Herz treffen dürfte auch "Bullet", das Juwel eines perfekten Songs, dessen dramaturgische Seelenverwandtschaft zu Kate Bushs "Running Up That Hill" den Glanz und den Glamour, den Grand Avenue verbreiten, nur noch verstärkt. Dabei macht vor allem Rasmus Walter Hansen im Spotlight eine glänzende Figur. Der geborene Frontmann, der schon durch seine Liaison mit Top-Model Helena Christensen für Schlagzeilen sorgte, steht natürlich beim weiblichen Publikum ganz hoch im Kurs. Und dass Grand Avenue jüngst in Kopenhagen für George Michael aufspielten, ist ein weiteres Indiz, dass ihnen auf dem Weg zu internationalem Ruhm der wohlverdiente Rote Teppich ausgerollt wird.

Grand Avenue sind:
Rasmus Walter Hansen (Gesang, Gitarre)
Niels-Kristian Bærentzen (Gitarre)
Marc Stebbing (Bass)
Hjalte Thygesen (Schlagzeug)

(Quelle: www.grandavenue.de)